Spannungsrisskorrosion an der Durchbiegung erkennen

Bricht eine Spannlitze, ändert sich die Lastverteilung und das Bauwerk biegt sich messbar stärker durch. Die laserbasierte Durchbiegungsüberwachung erfasst diese Änderung submillimetergenau, dauerhaft und ohne Eingriff in die Konstruktion.

Messmast mit zwei optischen Messeinheiten und Solarmodul zur Überwachung eines Bauwerks

Ihre Vorteile

Der Umweg über die Durchbiegung

Was sich nicht beobachten lässt, hinterlässt trotzdem eine Spur. Beim Spannstahl ist es die Geometrie des Überbaus.

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Die Größe messen, die sich wirklich ändert

Am Spannstahl selbst lässt sich nichts beobachten, er liegt im Hüllrohr im Beton. Messbar ist, was sein Versagen auslöst: die Durchbiegung des Überbaus. Genau darauf setzt das Monitoring an.

Submillimetergenau

Lasersensoren erfassen die vertikale Durchbiegung von Trägern und Fahrbahnplatten mit hoher Auflösung. Damit fällt auch eine Veränderung von wenigen Millimetern auf.

Zerstörungsfrei und kontaktlos

Keine Eingriffe in das Bauwerk, kein direkter Zugang zu den Spannstählen nötig. Das Bauwerk bleibt unberührt und in Betrieb.

Autark und wartungsarm

Betrieb über Solarversorgung und kabellose Kommunikation. Das macht die Überwachung auch an schwer zugänglichen Bauwerken praktikabel.

Das Problem

Der Schaden läuft im Inneren des Bauteils ab

Spannungsrisskorrosion entsteht aus dem Zusammenspiel von dauerhafter Zugspannung und einem korrosiven Medium wie Chlorid oder Feuchtigkeit. Der Verlauf spielt sich im Inneren des Bauteils ab.

Wie der Schadensmechanismus abläuft
  • Betroffen sind vor allem Spannstähle in Spannbetonbrücken, die durch hohe Vorspannung und Umweltbelastung anfällig für mikroskopische Risse sind.

  • Über Monate oder Jahre wachsen diese Risse unbemerkt, bis einzelne Spannlitzen plötzlich brechen. Der Schaden ist weder von außen noch bei oberflächlicher Inspektion sichtbar.

  • Beim Bruch eines Spannstahls verändert sich die Lastverteilung. Die Durchbiegung nimmt messbar zu, oft nur wenige Millimeter, für moderne Sensorik aber klar erfassbar.

Untersicht einer Spannbetonbrücke mit Überbau und Pfeilern, Bauwerkstyp mit vorgespannten Trägern

Funktionsweise

Vier Schritte von der Nullmessung zur Meldung

Eine Brücke biegt sich im Betrieb ohnehin durch, abhängig von Verkehr und Temperatur. Aussagekräftig ist deshalb nicht der einzelne Wert, sondern die Abweichung vom dokumentierten Ausgangszustand.

  1. 01

    Messpunkte festlegen

    Wir bestimmen die Stellen, an denen sich ein Litzenbruch zuerst als Durchbiegung zeigt. Das sind typischerweise die Mittelfeldbereiche und die Bereiche mit hoher Vorspannung.

  2. 02

    Nullmessung aufnehmen

    Der Ausgangszustand wird dokumentiert. Alle späteren Werte beziehen sich darauf, sonst ließe sich eine Veränderung nicht von der Ausgangslage trennen.

  3. 03

    Durchbiegung dauerhaft erfassen

    Die Lasermesstechnik misst die vertikale Lage kontinuierlich. Die Werte gehen in das Datenportal, werden historisiert und gegen die Bauwerkstemperatur gestellt.

  4. 04

    Grenzwert prüfen und melden

    Verändert sich die Geometrie über die vereinbarte Schwelle hinaus, alarmiert das System automatisch. Der Verlauf bleibt als Dokumentation erhalten.

Wo gemessen wird

Nicht überall, sondern dort, wo es sich zuerst zeigt

Ein Litzenbruch wirkt sich nicht gleichmäßig über das ganze Bauwerk aus. Die Messpunkte sitzen an den Stellen, an denen die Vorspannung am höchsten und die Reaktion am deutlichsten ist.

  • Mittelfeldbereiche von Einfeld- und Mehrfeldträgern
  • Bereiche mit hoher Vorspannung
  • Anschlussstellen von Träger und Fahrbahnplatte
  • Bauwerke mit Salz-, Chlorid- und Feuchtebelastung

Typische Einsatzfälle

Wenn die Frage lautet: hält das Bauwerk noch?

Spannungsrisskorrosion ist kein Verdacht, den eine einzelne Prüfung ausräumt. Sie braucht eine Beobachtung über die Zeit.

  • Spannbetonbrücken mit bekanntem Verdacht auf Spannungsrisskorrosion
  • Bauwerke aus Bauzeiten mit heute kritisch bewerteten Spannstählen
  • Brücken unter regelmäßiger Tausalzbelastung
  • Alternde Bauwerke, die bis zum Ersatzneubau in Betrieb bleiben
  • Bauwerke mit eingeschränkter Zugänglichkeit für wiederkehrende Prüfungen

Die Ursache mitbeobachten

Feuchte und Chlorid im Beton

Spannungsrisskorrosion braucht zwei Bedingungen: dauerhafte Zugspannung und ein korrosives Medium. Die zweite lässt sich direkt im Beton messen, bevor sie wirkt.

Zum Feuchte- & Korrosionsmonitoring

Im Verbund messen

Zusammen mit Riss und Neigung

Die Durchbiegung ist eine Messgröße von mehreren. Rissbreite am Überbau und Neigung des Bauwerks ergeben zusammen mit ihr ein Bild, das eine einzelne Größe nicht liefert.

Zum Bauwerksmonitoring

Spannungsrisskorrosion an Ihrem Bauwerk

Schildern Sie uns die Brücke, den Verdacht und die Prüfhistorie. Wir schlagen Messpunkte, Grenzwerte und den passenden Messaufbau vor.

Christian Steffes Christian Steffes

Datenplattform

Alle Messwerte auf einer Plattform

Die Sensoren übertragen ihre Messwerte per Funk an die Datenplattform. Dort werden sie ausgewertet, dokumentiert und laufend gegen Ihre Grenzwerte geprüft.

  • KI bei der Datenanalyse
  • Nutzerorientierte Reportings
  • Kontinuierliche Auswertung
  • Warn- und Alarmschwellen
  • Alarmierung per E-Mail und SMS
  • Fernzugriff rund um die Uhr
Mehr zu Überwachung & Alarmierung
Monitoring-Plattform Beispielansicht
Messverlauf im Sollbereich
Warnschwelle
  • KI bei der Datenanalyse Zustand im Sollbereich
  • Nutzerorientierte Reportings Bericht bereit
  • Alarmierung Grenzwerte überwacht

Case Study

Praxisbeispiel als PDF

Wie ein Monitoring von Feuchte und Korrosion im Projekt aussieht: Tragen Sie Name und E-Mail-Adresse ein, wir schicken Ihnen die Case Study zu.

FAQ

Häufig gestellte Fragen zum Monitoring bei Spannungsrisskorrosion

Lässt sich Spannungsrisskorrosion überhaupt direkt messen?
Direkt am Spannstahl nicht, jedenfalls nicht im laufenden Betrieb. Der Stahl liegt im Hüllrohr, umgeben von Beton, und der Schadensverlauf spielt sich dort ab. Messbar ist die Folge: Bricht eine Spannlitze, ändert sich die Lastverteilung im Querschnitt und die Durchbiegung nimmt zu. Diese Änderung erfassen wir kontinuierlich.
Wie genau misst die Durchbiegungsüberwachung?
Die Lasersensoren erfassen die vertikale Lage von Trägern und Fahrbahnplatten submillimetergenau. Entscheidend ist dabei weniger der Absolutwert als die Veränderung gegenüber der Nullmessung, denn eine Brücke biegt sich im normalen Betrieb ohnehin durch, abhängig von Verkehr und Temperatur.
Muss für die Messung in das Bauwerk eingegriffen werden?
Nein. Die Messung ist zerstörungsfrei und kontaktlos, ein direkter Zugang zu den Spannstählen ist nicht nötig. Damit eignet sie sich auch für Bauwerke, die in Betrieb bleiben und an denen eine Öffnung der Konstruktion nicht infrage kommt.
Wie wird die Messung mit Strom versorgt?
Über Solarversorgung, die Übertragung läuft kabellos. Das ist der Grund, warum sich die Überwachung auch an Bauwerken einrichten lässt, an denen kein Netzanschluss in der Nähe liegt.
Ersetzt das Monitoring die Bauwerksprüfung?
Nein, es ergänzt sie. Die Prüfung nach DIN 1076 bleibt bestehen und liefert die fachliche Bewertung vor Ort. Das Monitoring liefert den Verlauf in den Jahren dazwischen und dokumentiert lückenlos, ob und wann sich die Geometrie verändert hat. Die Bewertung trifft weiterhin der Prüfingenieur.
Wo wird gemessen?
An den Stellen, an denen sich ein Litzenbruch zuerst zeigt: in den Mittelfeldbereichen von Einfeld- und Mehrfeldträgern, in Bereichen mit hoher Vorspannung und an den Anschlussstellen von Träger und Fahrbahnplatte. Welche davon im konkreten Fall maßgebend sind, klären wir in der Konzeption am Bauwerk.

Projektanfrage

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