Brückenlagermonitoring: sehen, ob das Lager noch arbeitet

Rollen-, Kipp-, Elastomer- und Kalottenlager dauerhaft überwachen. Verschiebung am Auflager und Bauwerkstemperatur laufen gemeinsam mit, damit sichtbar wird, ob der Überbau seine Bewegung frei ausführt.

Untersicht eines Brückenüberbaus mit den Auflagerbänken auf zwei Betonpfeilern

Ihre Vorteile

Ein Lager zeigt sein Verhalten erst über die Zeit

Bei der Prüfung steht das Bauwerk in einer einzigen Temperaturlage. Ob sich das Lager über den Jahresgang bewegt, lässt sich in diesem Moment nur abschätzen.

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Der ganze Temperaturgang statt eines Prüftags

Ob ein Lager arbeitet, zeigt sich über Sommer und Winter. Die Messreihe läuft durch, während die Hauptprüfung nach DIN 1076 alle sechs Jahre einen einzelnen Tag abbildet.

Festsitz wird sichtbar

Ein klemmendes Rollenlager meldet sich selbst nicht. Bleibt die gemessene Verschiebung hinter der erwarteten zurück, fällt das auf, bevor die Zwängung Spuren an Auflagerbank und Überbau hinterlässt.

Nachrüstbar am Bauwerk im Bestand

Die Sensorik wird im Auflagerbereich montiert und funkt ihre Werte. Ein Eingriff in das Lager selbst und ein Kabelgraben sind dafür nicht nötig.

Restverschiebeweg belegt

Wie viel Weg dem Lager in Sommer- und Winterlage bleibt, steht als Messwert fest. Das ist die Grundlage für die Entscheidung über Lagerwechsel, Restnutzung und Sanierungsplanung.

Rollenlager unter einem Brückenüberbau, daneben eine gelbe Messskala zur Ablesung des Lagerwegs

Funktionsweise

Vier Schritte von der Dehnung zur Aussage

Die Bewegung am Lager ist für sich genommen unauffällig, sie gehört zum Bauwerk. Aussagekräftig wird sie erst im Vergleich mit der Temperatur, die sie verursacht.

  1. 01

    Auflager aufnehmen

    Wir sichten Lagertyp, Dehnlänge und Zugänglichkeit, legen fest, welche Lager überwacht werden und in welcher Richtung gemessen wird, und nehmen die Ausgangslage auf.

  2. 02

    Weg und Temperatur gemeinsam erfassen

    Die Verschiebung am Lager und die Bauwerkstemperatur laufen auf derselben Zeitachse. Erst beide Größen zusammen ergeben eine Aussage, weil die Bewegung aus der Temperatur kommt.

  3. 03

    Messwert gegen den Temperaturgang prüfen

    Aus Dehnlänge und Temperaturhub ergibt sich, wie weit sich der Überbau bewegen müsste. Dieser Erwartungswert wird laufend mit dem gemessenen Weg verglichen.

  4. 04

    Abweichung melden und dokumentieren

    Hält die Abweichung an, geht die Meldung heraus. Parallel wächst die Datenreihe weiter und dokumentiert, ab wann sich das Verhalten des Lagers verändert hat.

Prinzip erleben

Wenn die Temperatur steigt und der Überbau stehen bleibt

Wärmt sich der Überbau auf, muss er sich am beweglichen Lager verschieben. Stellen Sie das Lager auf „blockiert“ und starten Sie den Temperaturgang: die erwartete Bewegung läuft weiter, die gemessene bleibt zurück.

Nur Demonstration Lager frei
Endlage Zwängung
Sensor-Anzeige

Bauwerkstemperatur

5°C

Erwartet

0,0mm

Gemessen

0,0mm

Bauwerk

Stahlüberbau, 30 m Dehnlänge

Abweichung, Grenzwert 3 mm im Sollbereich

Was überwacht wird

Drei Lagertypen, eine Frage

So verschieden die Bauarten sind, die Frage ist bei allen dieselbe: Lässt das Lager die Bewegung noch zu, für die es eingebaut wurde?

Rollenlager zwischen Auflagerbank und Überbau, stark korrodiert, mit gelber Messskala am Sockel

Stahlbrücken

Rollen- & Kipplager

Die Rolle muss sich drehen können. Korrosion, Verschmutzung und fehlender Schmierstoff lassen sie festsitzen, und die Dehnkräfte gehen dann in Überbau und Widerlager statt in die Bewegung.

Massivbrücken

Elastomer- & Gleitlager

Hier entsteht die Bewegung aus Schubverformung und aus der Gleitfläche. Alterung des Elastomers, ausgewanderte Lager und beschädigte Gleitpaarungen verändern das Verhalten schleichend.

Große Stützweiten

Kalotten- & Topflager

Hohe Lasten treffen auf einen Gleitwerkstoff, der verschleißt. Interessant sind Verschiebeweg und Verdrehung an den Endlagen, also wie viel Reserve das Lager im Sommer und im Winter noch hat.

Was ein festsitzendes Lager auslöst, zeigt sich meist am Bauteil daneben. Die Rissbildung an Auflagerbank und Kammerwand erfasst das Rissmonitoring, Kippen und Setzen des Unterbaus das Neigungsmonitoring. Im Konzept kombinieren wir die Messgrößen, die zum Schadensbild passen.

Typische Einsatzfälle

Dort, wo das Lager die offene Frage ist

Der Lagerzustand entscheidet mit über Restnutzung, Sanierungsumfang und Kosten. Eine Messreihe beantwortet die Frage, die sonst über ein Gutachten mit Annahmen läuft.

  • Genietete Stahlbrücken mit Rollen- oder Kipplagern im Bestand
  • Bauwerke, deren Lager bei der letzten Hauptprüfung auffällig waren
  • Brücken vor der Entscheidung über Lagerwechsel oder Ersatzneubau
  • Risse an Auflagerbank, Kammerwand oder Widerlager mit unklarer Ursache
  • Bauwerke unter laufendem Verkehr, bei denen jede Sperrung teuer ist

Instandhaltung

Lagerwechsel, wenn die Messung ihn begründet

Ein Lagerwechsel ist aufwendig, oft mit Anheben des Überbaus und mit Verkehrseinschränkung verbunden. Die Datenreihe zeigt, ob und wie dringend er ansteht, und ordnet ihn in die Sanierungsplanung ein.

Bauwerksprüfung

Verlauf zwischen zwei Hauptprüfungen

Die Prüfung nach DIN 1076 bleibt bestehen. Das Monitoring liefert die Jahre dazwischen als Messreihe und gibt dem Prüfingenieur Daten an die Hand, die eine Momentaufnahme am Auflager nicht hergibt.

Zur Branche Brückenbau

Passende Sensorik

Die Geräte hinter der Lagerüberwachung

Weg und Temperatur am Lager werden durch Neigung und Rissbreite am angrenzenden Bauteil ergänzt.

Alle Produkte

Brückenlagermonitoring für Ihr Bauwerk

Ob Rollenlager im Bestand oder Kalottenlager an der Großbrücke, wir sichten das Auflager und stimmen Messgrößen, Messpunkte und Grenzwerte auf Bauwerk und Fragestellung ab.

Christian Steffes Christian Steffes

Datenplattform

Alle Messwerte auf einer Plattform

Die Sensoren übertragen ihre Messwerte per Funk an die Datenplattform. Dort werden sie ausgewertet, dokumentiert und laufend gegen Ihre Grenzwerte geprüft.

  • KI bei der Datenanalyse
  • Nutzerorientierte Reportings
  • Kontinuierliche Auswertung
  • Warn- und Alarmschwellen
  • Alarmierung per E-Mail und SMS
  • Fernzugriff rund um die Uhr
Mehr zu Überwachung & Alarmierung
Monitoring-Plattform Beispielansicht
Messverlauf im Sollbereich
Warnschwelle
  • KI bei der Datenanalyse Zustand im Sollbereich
  • Nutzerorientierte Reportings Bericht bereit
  • Alarmierung Grenzwerte überwacht
FAQ

Häufig gestellte Fragen zum Brückenlagermonitoring

Was ist Brückenlagermonitoring?
Brückenlagermonitoring ist die kontinuierliche Überwachung der Bewegung, die ein Brückenlager zulassen soll. Ein Lager trägt die Last des Überbaus und lässt gleichzeitig Längsverschiebung und Verdrehung zu, vor allem aus der Temperaturdehnung, dazu aus Kriechen, Schwinden und Verkehrslast. Die Sensorik erfasst diese Bewegung am Auflager zusammen mit der Bauwerkstemperatur und macht damit sichtbar, ob das Lager seine Aufgabe noch erfüllt.
Woran erkennt man ein festsitzendes Rollenlager?
An der Beziehung zwischen Temperatur und Weg. Der Überbau dehnt sich nahezu linear mit der Bauwerkstemperatur, die gemessene Verschiebung am Lager muss dieser Kurve folgen. Bleibt sie deutlich dahinter zurück, während die Temperatur weiter steigt oder fällt, arbeitet das Lager nicht mehr frei. Ein einzelner Messwert reicht dafür nicht aus, die Aussage entsteht erst aus der Reihe über mehrere Temperaturzyklen.
Welche Messgrößen werden am Lager erfasst?
Im Kern die Längsverschiebung zwischen Überbau und Unterbau sowie die Bauwerkstemperatur, weil sich nur aus beiden zusammen der Erwartungswert bilden lässt. Je nach Bauwerk kommen Verdrehung und Neigung im Auflagerbereich dazu, ergänzt um Rissbreiten an Auflagerbank oder Kammerwand, wenn dort bereits Schäden sichtbar sind. Welche Sensorik im Einzelfall eingesetzt wird, legen wir in der kostenfreien Konzeption fest.
Muss die Brücke für die Installation gesperrt werden?
Die Montage findet im Auflagerbereich statt, also in der Regel unter dem Bauwerk und nicht auf der Fahrbahn. Ob dafür eine Verkehrssicherung oder ein Hubsteiger nötig ist, hängt allein von der Zugänglichkeit des Auflagers ab. Das klären wir vorab bei der Bauwerksbesichtigung, damit der Aufwand vor der Beauftragung feststeht.
Ersetzt das Monitoring die Bauwerksprüfung nach DIN 1076?
Die Prüfung nach DIN 1076 bleibt bestehen und wird durch das Monitoring ergänzt. Die Hauptprüfung liefert alle sechs Jahre eine Momentaufnahme, das Monitoring den Verlauf dazwischen, inklusive der Temperaturzyklen, die ein Lagerproblem überhaupt erst zeigen. Diese Daten stehen dem Prüfingenieur zur Verfügung, die Bewertung trifft weiterhin er.
Was passiert mit den Messdaten?
Die Werte laufen über Gateways per Mobilfunk in das Online-Datenportal, sind dort grafisch aufbereitet und werden historisiert. Damit entsteht eine lückenlose Dokumentation, die sich für die Bauwerksakte und für die Nachweisführung gegenüber Auftraggebern und Behörden nutzen lässt und eine Instandsetzung am Lager mit Messwerten begründet.

Projektanfrage

Sprechen wir über Ihr Bauwerk

Schildern Sie uns Bauwerk, Lagertyp und den Befund aus der letzten Prüfung. Sie erhalten kurzfristig eine belastbare Ersteinschätzung, inklusive geeigneter Messgrößen und Sensorik.

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