Deformationsmonitoring: Verformungen erkennen, sobald sie entstehen

Geländer, Leitplanken, Auffangzäune und Stützwände dauerhaft überwachen. Verformungen durch Anprall, Materialermüdung oder Hangbewegung werden erfasst und sofort gemeldet, auch auf langen und abgelegenen Streckenabschnitten.

Seilzugsensor am Zaunpfosten einer Hangsicherung, verbunden mit dem Drahtseil des Auffangnetzes

Ihre Vorteile

Ein Anprall meldet sich nicht von allein

Eine verformte Schutzeinrichtung wirkt nicht mehr so, wie sie geplant war. Wer den Schaden erst bei der nächsten Streckenfahrt findet, verliert die Zeit dazwischen.

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Auch abgelegene Strecken im Blick

Lange Streckenabschnitte und schwer erreichbare Bereiche werden dauerhaft überwacht, ohne dass regelmäßig jemand hinfahren muss. Die Streckenkontrolle richtet sich danach, wo etwas passiert ist.

Sofortige Alarmmeldung

Sobald eine Verformung auftritt, etwa durch einen Anprall, löst das System die Meldung aus. Zwischen Ereignis und Kenntnis liegen Minuten statt der Zeit bis zur nächsten Streckenfahrt.

Nachrüstbar im Bestand

Die Sensorik lässt sich an bestehenden Geländern, Leitplanken und Auffangzäunen nachrüsten. Ein Neubau oder ein Umbau der Schutzeinrichtung ist dafür nicht nötig.

Objektive Datenreihe

Die kontinuierliche Messung liefert Daten über das reale Verhalten der Bauteile unter Verkehrslasten und Umwelteinflüssen. Das ist die Grundlage für zustandsorientierte Instandhaltung statt Intervallwartung.

Sensorleitung am Drahtseilnetz eines Auffangzauns zur Erfassung von Verformung

Funktionsweise

Vier Schritte von der Bewegung zur Meldung

Das Monitoringsystem ist darauf ausgelegt, Deformationen in Echtzeit zu erkennen und eine Meldung auszulösen, sobald eine Verformung auftritt. Welche Sensorik dafür eingesetzt wird, hängt am Bauteil.

  1. 01

    Messpunkte festlegen

    Wir bestimmen, welche Bauteile und welche Abschnitte überwacht werden, und richten die Sensorik auf das Gefährdungsbild aus: Anprall, Materialermüdung, Setzung oder Hangbewegung.

  2. 02

    Lageveränderung erfassen

    Die Sensorik ist mit dem Bauteil verbunden und erfasst Verschiebungen und Verformungen dauerhaft. An Auffangzäunen läuft die Messung über Seilzugsensoren am Drahtseil, an Bauteilen über den Sensor am Bauteil selbst.

  3. 03

    Grenzwert prüfen

    Jeder Messwert wird gegen den hinterlegten Grenzwert geprüft. So bleibt die normale Bewegung aus Temperatur und Verkehr unauffällig und nur die relevante Veränderung fällt auf.

  4. 04

    Alarm und Dokumentation

    Bei Überschreitung geht die Meldung sofort heraus. Parallel wächst die Datenreihe weiter und dokumentiert lückenlos, wann sich was verändert hat.

Ereignis erleben

Wenn ein Fahrzeug die Leitplanke trifft

Ein Anprall verformt den Holm und setzt seine Schutzwirkung herab. Starten Sie das Szenario und sehen Sie, wie der Sensor die Verformung erfasst und die Meldung auslöst.

Nur Demonstration unauffällig
Sensor-Anzeige

Verformung

0mm

Abschnitt

Pfosten 14, km 4,7

Grenzwert 10 mm im Sollbereich

Was überwacht wird

Drei Bauteilgruppen, ein Messprinzip

Gemeinsam ist allen dreien, dass eine Lageveränderung die Schutz- oder Tragwirkung herabsetzt, ohne dass sie von außen auffällt.

Verkehrssicherheit

Leitplanken & Geländer

Ein Anprall verformt die Schutzeinrichtung und setzt ihre Wirkung herab, oft ohne Meldung des Verursachers. Die Verformung wird erfasst und gemeldet, bevor die nächste Fahrzeugbewegung darauf trifft.

Steinschlag

Auffangzäune & Felswände

Ein Auffangzaun hält Steinschlag von Straße und Bahn fern, verliert dabei aber Aufnahmekapazität. Seilzugsensoren am Drahtseil melden das Ereignis, sodass der Zaun gezielt geleert und geprüft werden kann.

Tragwerk

Stützwände & Bauteile

Verschiebungen an Stützwänden, Winkelstützen und tragenden Bauteilen entwickeln sich langsam. Die kontinuierliche Messung trennt unkritische Bewegung von struktureller Veränderung.

Verformung ist eine von mehreren Messgrößen. Kippen und Setzen erfasst das Neigungsmonitoring, die Rissentwicklung im Bauteil das Rissmonitoring. An Stützwänden und Tragwerken kombinieren wir sie im Konzept.

Typische Einsatzfälle

Dort, wo ein Schaden lange unentdeckt bleibt

Je seltener eine Kontrollfahrt vorbeikommt, desto größer der Zeitraum, in dem eine verformte Schutzeinrichtung ihre Wirkung schon verloren hat.

  • Leitplanken an Unfallschwerpunkten und in Kurvenbereichen
  • Brückengeländer und Schutzeinrichtungen auf Brücken
  • Auffangzäune über Straßen und Bahnstrecken
  • Stützwände, Winkelstützen und Böschungssicherungen
  • Lange Streckenabschnitte ohne regelmäßige Kontrollfahrt

Streckenbetrieb

Streckenkontrolle nach Ereignis statt nach Kalender

Wenn die Sensorik meldet, wo etwas passiert ist, richtet sich die Fahrt danach. Das spart Fahrten über unauffällige Abschnitte und verkürzt die Zeit bis zur Instandsetzung an der Stelle, die es braucht.

Hangsicherung

Auffangzäune und Felswände im Verbund

Am Fels erfassen Wegaufnehmer die Rissbewegung, am Zaun Seilzugsensoren das aufgenommene Ereignis. Beides zusammen zeigt, ob sich die Gefährdung entwickelt oder ein Einzelereignis vorlag.

Zur Branche Gelände, Hang & Leitplanken

Deformationsmonitoring für Ihre Strecke

Ob Leitplanke, Brückengeländer, Auffangzaun oder Stützwand, wir bewerten den Abschnitt und stimmen Sensorik und Grenzwerte auf das Gefährdungsbild ab.

Peter Nater Peter Nater

Datenplattform

Alle Messwerte auf einer Plattform

Die Sensoren übertragen ihre Messwerte per Funk an die Datenplattform. Dort werden sie ausgewertet, dokumentiert und laufend gegen Ihre Grenzwerte geprüft.

  • KI bei der Datenanalyse
  • Nutzerorientierte Reportings
  • Kontinuierliche Auswertung
  • Warn- und Alarmschwellen
  • Alarmierung per E-Mail und SMS
  • Fernzugriff rund um die Uhr
Mehr zu Überwachung & Alarmierung
Monitoring-Plattform Beispielansicht
Messverlauf im Sollbereich
Warnschwelle
  • KI bei der Datenanalyse Zustand im Sollbereich
  • Nutzerorientierte Reportings Bericht bereit
  • Alarmierung Grenzwerte überwacht
FAQ

Häufig gestellte Fragen zum Deformationsmonitoring

Was ist Deformationsmonitoring?
Deformationsmonitoring ist die kontinuierliche Überwachung von Bewegungen und Verformungen an sicherheitsrelevanten Infrastrukturelementen wie Brückengeländern, Leitplanken, Auffangzäunen und Hangrutschbereichen. Schon geringe Lageveränderungen können auf Materialermüdung, Setzungen, Anprallschäden oder fortschreitende Hangbewegungen hinweisen. Die Sensorik erfasst diese Veränderungen dauerhaft und löst bei Überschreitung eines Grenzwerts eine Meldung aus.
Wo liegt der Unterschied zum Neigungsmonitoring?
Das Deformationsmonitoring erfasst die Verschiebung und Verformung eines Bauteils, also ob es aus seiner Lage gedrückt oder verbogen wurde. Das Neigungsmonitoring erfasst den Winkel und die Setzung, also ob ein Bauwerk kippt oder in den Untergrund einsinkt. Bei Stützwänden und Tragwerken greifen beide ineinander, deshalb kombinieren wir sie dort im Konzept.
Lässt sich das Monitoring an einer bestehenden Leitplanke nachrüsten?
Ja. Die Nachrüstung im Bestand ist der Regelfall. Geländer, Leitplanken und Auffangzäune bleiben, wie sie sind, die Sensorik kommt hinzu. Ein Umbau der Schutzeinrichtung ist nicht erforderlich, und die Lösung ist auch für lange Streckenabschnitte wirtschaftlich umsetzbar.
Wie schnell erfahre ich von einem Anprall?
Sobald die Verformung den hinterlegten Grenzwert überschreitet, geht die Meldung automatisch heraus. Damit liegt zwischen Ereignis und Kenntnis nicht die Zeit bis zur nächsten Streckenfahrt, sondern der Moment der Grenzwertüberschreitung. Das ist besonders bei Unfallschwerpunkten und abgelegenen Abschnitten relevant, an denen ein Anprall häufig gar nicht gemeldet wird.
Wie wird ein Auffangzaun überwacht?
Über Seilzugsensoren, die mit dem Drahtseil der Auffangbarriere verbunden sind. Nimmt der Zaun einen Steinschlag auf, verändert sich die Seilspannung und das Ereignis wird gemeldet. Im Projekt im Mittelrheintal sind auf 45 Metern zwei Zaunebenen in unterschiedlichen Höhenlagen so ausgestattet, ergänzt um Wegaufnehmer an der Felspartie darüber.
Was passiert mit den Messdaten?
Die Daten laufen in das Online-Datenportal, sind dort grafisch aufbereitet und werden historisiert. Damit entsteht eine lückenlose Dokumentation, die sich für die Nachweisführung gegenüber Auftraggebern und Behörden nutzen lässt und Instandhaltungsmaßnahmen begründet.

Projektanfrage

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