Aushärtungsmonitoring: Einblick in den Aushärtungsprozess

Temperatur, Reifegrad und Festigkeit direkt aus dem Bauteil. Datenbasierte Entscheidungen statt Schätzungen, von der Bauphase bis zum Betrieb.

HochbauInfrastrukturFertigteileOrtbeton
Orangefarbener Sensor, an einem Bewehrungskorb befestigt, mit Fühlerkabel

Warum Aushärtungsmonitoring

Wenn der Ausschalzeitpunkt den Bauablauf bestimmt

Temperatur, Reifegrad und Festigkeit direkt aus dem Bauteil machen aus einer Schätzung eine Entscheidung. Das verkürzt Wartezeiten, sichert die Qualität ab und dokumentiert sich dabei selbst.

Angebot anfragen

Frühere Ausschalung

Bis zu mehrere Tage früher ausschalen, weil die Freigabe auf Messdaten beruht und nicht auf Tabellenwerten.

Schnellerer Baufortschritt

Bauabläufe lassen sich planen, weil die Festigkeitsentwicklung zuverlässig prognostiziert wird.

Geringeres Risiko

Entscheidungen beruhen auf realen Messdaten am Bauteil statt auf Schätzungen.

Echtzeitdaten

Temperatur, Reifegrad und Festigkeit sind jederzeit abrufbar, auf jedem Endgerät.

Automatische Dokumentation

Alle Messpunkte werden lückenlos protokolliert, revisionssicher und auditierbar.

Transparenz

Auftraggeber und Bauleitung erhalten jederzeit nachvollziehbare Berichte.

Winterbau

Auch bei kritischen Temperaturen und strengem Frost läuft die Überwachung durch.

Flexibel einsetzbar

Geeignet für Ortbeton, Fertigteile, Brücken, Tunnel und komplexe Infrastrukturprojekte.

Traditionell oder digital

Der Ausschalzeitpunkt lässt sich messen

Der traditionelle Weg arbeitet mit Tabellenwerten und Sicherheitszuschlägen. Die Temperatur im Bauteil liefert stattdessen den Reifegrad und daraus die Festigkeit, für genau diese Betonage.

Traditionelles Vorgehen

Wo der Aufwand heute entsteht

  • Unsicherheit beim optimalen Ausschalzeitpunkt
  • Wetterabhängige Aushärtung ohne Echtzeitdaten
  • Manuelle Dokumentation, fehleranfällig und aufwendig
  • Verzögerungen durch konservative Wartezeiten
  • Kein zentraler Überblick über mehrere Baustellen

Mit Monitoring

Was die Messung übernimmt

  • Sensoren liefern Temperatur direkt aus dem Bauteil
  • Automatische Datenerfassung, rund um die Uhr
  • Live-Auswertung im Dashboard, jederzeit und überall
  • Frühere, datenbasierte Freigabe der Bauphase
  • Übersicht aller Projekte auf einen Blick
Orangefarbener Sensor mit Kabel auf einer frisch betonierten Fläche, im Hintergrund Bauarbeiter

Funktionsweise

In vier Schritten zur datenbasierten Freigabe

Der Sensor sitzt im Bauteil und misst die Temperatur dort, wo der Beton aushärtet. Alles Weitere rechnet das System und stellt es im Dashboard bereit.

  1. 01

    Sensoren einbauen

    Nova, Nova Split oder Gaia 300 werden beim Betonieren im Bauteil platziert und messen kontinuierlich die Temperatur im Betoninneren.

  2. 02

    Reifegrad berechnen

    Aus der Temperaturhistorie berechnet das System automatisch den Betonreifegrad nach anerkannter Methode.

  3. 03

    Festigkeit ableiten

    Auf Basis einer Kalibrierung Ihrer Betonrezeptur wird die Festigkeitsentwicklung in Echtzeit abgeschätzt.

  4. 04

    Dashboard und Alarm

    Alle Daten sind webbasiert sichtbar, Alarmierungen informieren über den richtigen Ausschalzeitpunkt.

Sensorauswahl

Zwei Sensorlinien für zwei Projektgrößen

Für schnelle, unkomplizierte Projekte vor Ort steht Nova und Nova Split bereit, für Großprojekte mit vollautomatischer Cloud-Anbindung der Gaia 300. Welcher Sensor zu Ihrem Bauteil passt, klären wir in der Konzeption.

Groß- und Langzeitprojekte

Gaia 300: wiederverwendbar und mit Cloud

Ein Thermoelement wird im Bauteil eingebettet und mit dem wiederverwendbaren Gaia-Transmitter verbunden. Der Transmitter überträgt die Daten per Mobilfunk vollautomatisch in die Cloud, ohne Anwesenheit vor Ort.

  • Wiederverwendbarer Transmitter, geringer Kosteneinsatz pro Messung
  • Fernzugriff auf alle Daten aus der Cloud
  • Individuell anpassbare Kabellängen
  • Ideal für Großbetonagen, Brücken, Tunnel und eingeschränkt zugängliche Bereiche
  • Am Bauteil ist eine Kabelverlegung nötig.

Kleine und mittlere Projekte

Nova und Nova Split: Plug-and-Play

Nova ist der unkomplizierte Einstieg ins Betonmonitoring: einstecken, einbetonieren, fertig. Die Daten werden direkt vor Ort per App ausgelesen. Nova Split eignet sich für Fundamente, Wände und Massenbeton mit drei Messpunkten.

  • Plug-and-Play, ohne komplexe Installation
  • Sofortige Temperatur- und Festigkeitswerte per App
  • Ideal für Platten, Decks, Fundamente und schnelle Projekte
  • Einstieg auch ohne Vorerfahrung
  • Einwegsensor, er verbleibt im Beton. Die Auswertung setzt Anwesenheit vor Ort voraus.

Datenübertragung

Drei Wege zu den Messdaten

Von manuell bis vollautomatisch in die Cloud. Der Unterschied entscheidet, wer für die Daten auf die Baustelle muss.

Strichzeichnung: ein Datenlogger am Bauteil wird per Kabel mit einem Notebook ausgelesen

Klassischer Daten-Logger

Manuell über Kabel und USB

Die Daten werden direkt am Logger per USB-Kabel ausgelesen. Das setzt physischen Zugang zu jedem Sensor voraus, die Rohdaten werden anschließend manuell ausgewertet, meist per Tabelle.

Strichzeichnung: ein Smartphone liest einen einbetonierten Sensor kabellos aus

Nova und Nova Split

Lokal kabellos über Bluetooth und NFC

Der Nova-Sensor verbindet sich per App direkt mit dem Smartphone: Plug-and-Play, ohne Kabel und ohne komplexe Installation. Temperatur und Festigkeit stehen sofort vor Ort. Ideal für Platten, Decks und kleinere bis mittlere Betonagen.

Strichzeichnung: ein Transmitter am Bauteil funkt die Messdaten in eine Cloud

Gaia 300

Empfehlung

Automatisch in die Cloud über GSM und IoT

Der Gaia 300 überträgt die Messdaten kontinuierlich per Mobilfunk in die Cloud. Anwesenheit vor Ort ist dafür nicht nötig, die Daten sind jederzeit über das Dashboard abrufbar. Die erste Wahl für Großprojekte und schwer zugängliche Bauteile.

Automatische Berechnung statt Excel-Tabellen

Klassische Daten-Logger liefern nur Rohdaten. Reifegrad und Festigkeit müssen manuell per Formel berechnet werden, zeitaufwendig und fehleranfällig.

Infrasolute berechnet alles automatisch auf Basis der gemessenen Temperaturhistorie und zeigt die Ergebnisse in Echtzeit im Dashboard an, von jedem Gerät und überall.

Berechnung
Manuell in Excel, per Formel
Echtzeit, automatisch
Datenzugang
Nur vor Ort
Überall, jederzeit

Die Reifegradmethode

Wissenschaftlich fundiert, praxisnah erklärt

Die Reifegradmethode basiert auf der physikalischen Erkenntnis, dass Beton mit gleicher Temperaturhistorie eine vergleichbare Frühfestigkeit erreicht, unabhängig von der Außentemperatur.

Der Reifegrad ist das Produkt aus Zeit und Temperatur (TTI). Nach einer einmaligen Kalibrierung Ihrer Betonrezeptur kann über den gemessenen Reifegrad direkt auf die aktuelle Festigkeit geschlossen werden.

Normgerecht und individuell kalibrierbar

  1. Gemessen

    Temperatur + Zeit

    Sensor im Bauteil

  2. Berechnet

    Reifegrad (TTI)

    Time-Temperature Index

  3. Abgeleitet

    Betonfestigkeit

    Echtzeit-Prognose (MPa)

Das Dashboard

Alle Messstellen an einer Stelle

Grundrissansicht mit den Messstellen, Live-Werte je Bauteil und automatische Alarmierung. Wählen Sie eine Messstelle und Sie sehen, was dort ankommt.

Infrasolute Portal 4/5 online 1 Alarm
Projekt Bürogebäude Nordpark, Rohbau EG 3 1 1

Zielwert erreicht

MS-01, Stütze A1

Eingebaut vor 72 h · Beton C30/37

Temperatur
23,1 °C
+0,2 °C
Reifegrad
2.100 °C·h
Festigkeit
36,5 MPa
Fortschritt zum Ausschalzeitpunkt 100 %

Ausschalfestigkeit 30 MPa erreicht

  • Live-Werte für Temperatur, Reifegrad und Festigkeit
  • Interaktiver Grundriss mit allen Messstellen
  • Alarmierung per E-Mail und SMS
  • Revisionssichere Berichte und Export
  • Rollenbasierter Teamzugriff

Projekt, Messstellen und Werte in dieser Ansicht sind ein Beispiel. Wie viele Messstellen Ihr Bauteil braucht und welche Schwellenwerte gelten, ergibt sich aus der Konzeption.

Einsatzbereiche

Von der Gründung bis zum Dach

Überall dort, wo der Ausschalzeitpunkt den Bauablauf bestimmt oder die Aushärtung dokumentiert werden muss.

Ortbeton

Wände, Decken, Fundamente

Zur Branche

Brückenbau

Überbau, Widerlager, Pfeiler

Zur Branche

Tunnelbau

Ausbruchsicherung, Gewölbe

Zur Branche

Fertigteilwerke

Optimierte Umlaufzeiten

Parkhäuser

Komplexe Geometrien

Zur Branche

Infrastruktur

Straßen, Stützmauern

Winterbau

Frostkontrolle

Kritische Bauteile

Hohe Qualitätsanforderungen

Der direkte Vergleich

Was sich mit der Messung ändert

KategorieTraditionellMit Monitoring
Datenverfügbarkeit Nur punktuell vor Ort Rund um die Uhr, überall
Reaktionsgeschwindigkeit Verzögert, mit Laborwartezeiten Sofort im Live-Dashboard
Dokumentation Manuell und papierbasiert Automatisch und lückenlos
Planbarkeit Konservative Schätzungen Präzise Prognosen
Risiko bei Wetterwechsel Frost und Hitze bleiben unbemerkt Automatischer Alarm bei Schwellenwerten
Langzeitmonitoring Endet mit dem Ausschalen Geht in die Dauerüberwachung über

Typische Einsatzfälle

So wird das Monitoring eingesetzt

Orangefarbener Sensor mit Kabel auf einer frisch betonierten Fläche

Hochbau

Frühere Freigabe der Bauphase

Im Hochbau lässt sich die Ausschalung mehrere Tage früher freigeben, sobald die gemessene Festigkeitsentwicklung den geforderten Wert erreicht.

Drei Bauarbeiter verteilen Frischbeton über einer Bewehrungsmatte

Winterbau

Sicherheit bei winterlichen Temperaturen

Während einer Frostperiode läuft die Überwachung rund um die Uhr. Alarmierungen verhindern eine verfrühte Ausschalung.

Zwei Bauarbeiter lesen auf der Baustelle Messwerte an einem mobilen Gerät ab

Fertigteilwerk

Digitale Dokumentation für Auftraggeber

Im Fertigteilwerk protokolliert das Dashboard alle Aushärtungsprozesse lückenlos. Berichte lassen sich direkt übergeben, revisionssicher und prüffähig.

Feuchtesensor CorroDec 2G mit Metallgehäuse, freigestellt Korrosionssensor CorroDec 2G mit rotem Gehäuse, freigestellt

Nach der Aushärtung

Beton langfristig schützen

Mit dem Ausschalen endet die Bauphase, nicht die Beanspruchung. Feuchtigkeit dringt ein, Chloride wandern mit, am Ende steht die Korrosion der Bewehrung. Der CorroDec 2G misst beides dauerhaft im Bauteil, kabellos, batterielos und wartungsfrei: der Feuchtesensor als Frühindikator, der Korrosionssensor als Bestätigung.

Beide lassen sich beim Betonieren mit einbauen, also im selben Arbeitsgang wie die Sensorik für die Aushärtung.

Wer Feuchte, Korrosion, Risse und Bewegung nicht einzeln, sondern als Gesamtbild des Bauwerks braucht, findet sie im Betonmonitoring zusammengeführt.

Aushärtungsmonitoring für Ihre Betonage

Nennen Sie uns Bauteil, Betonrezeptur und die geforderte Ausschalfestigkeit. Wir stimmen Sensorlinie, Messstellen und Schwellenwerte auf Ihr Projekt ab.

Christian Steffes Christian Steffes

Datenplattform

Alle Messwerte auf einer Plattform

Die Sensoren übertragen ihre Messwerte per Funk an die Datenplattform. Dort werden sie ausgewertet, dokumentiert und laufend gegen Ihre Grenzwerte geprüft.

  • KI bei der Datenanalyse
  • Nutzerorientierte Reportings
  • Kontinuierliche Auswertung
  • Warn- und Alarmschwellen
  • Alarmierung per E-Mail und SMS
  • Fernzugriff rund um die Uhr
Mehr zu Überwachung & Alarmierung
Monitoring-Plattform Beispielansicht
Messverlauf im Sollbereich
Warnschwelle
  • KI bei der Datenanalyse Zustand im Sollbereich
  • Nutzerorientierte Reportings Bericht bereit
  • Alarmierung Grenzwerte überwacht
FAQ

Häufig gestellte Fragen zum Aushärtungsmonitoring

Was ist Aushärtungsmonitoring von Beton?
Aushärtungsmonitoring bezeichnet die kontinuierliche, digitale Überwachung des Aushärtungsprozesses von Beton mithilfe von Sensoren, die direkt im Bauteil platziert werden. Die Sensoren messen die Temperatur im Betoninneren und liefern so die Grundlage für die Berechnung von Reifegrad und Festigkeitsentwicklung in Echtzeit.
Wie funktioniert die Reifegradmethode?
Die Reifegradmethode nutzt die physikalische Beziehung zwischen Zeit und Temperatur bei der Hydratation von Zement. Der Time-Temperature-Index (TTI), also der Reifegrad, wird aus der Temperaturhistorie berechnet. Über eine einmalige Kalibrierung lässt sich daraus auf die Festigkeit schließen.
Kann die Betonfestigkeit wirklich in Echtzeit überwacht werden?
Ja. Nach einer Kalibrierung der Beziehung zwischen Festigkeit und Reifegrad liefert das System in Echtzeit eine Prognose der Festigkeitsentwicklung. Sie ist eine kalibrierte Abschätzung auf Basis der gemessenen Temperaturhistorie, keine Prüfung am Probekörper.
Wie hilft das Monitoring konkret beim Ausschalen?
Das System zeigt in Echtzeit, ob der Beton die notwendige Mindestfestigkeit erreicht hat. So vermeiden Sie konservative Wartezeiten und bestimmen den Ausschalzeitpunkt datenbasiert, oft deutlich früher und sicherer als mit Standard-Tabellenwerten.
Ist die Lösung für Ortbeton und Fertigteile geeignet?
Ja. Das Monitoring eignet sich sowohl für Ortbeton auf der Baustelle als auch für Fertigteilwerke. Fertigteilhersteller profitieren besonders von kürzeren Umlaufzeiten.
Wie werde ich bei kritischen Temperaturen gewarnt?
Im Dashboard definieren Sie projektspezifische Schwellenwerte. Bei einer Unter- oder Überschreitung löst das System automatisch Benachrichtigungen per E-Mail oder SMS an Sie und Ihr Team aus.

Projektanfrage

Sprechen wir über Ihre Betonage

Schildern Sie uns Bauteil, Bauablauf und den Zeitpunkt, an dem ausgeschalt werden soll. Sie erhalten kurzfristig eine Einschätzung, welche Sensorlinie passt und wie viele Messstellen sinnvoll sind.

+49 6742 8599600 DE +41 41 670 00 11 CH [email protected]
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