Erschütterungsmessung nach DIN 4150-3

Baubegleitende Erschütterungsüberwachung mit kontinuierlicher Grenzwertüberwachung und automatischer Alarmierung. Für Rammarbeiten, Abbruch, Verdichtung und Sprengungen in der Nähe empfindlicher Bauwerke.

DIN 4150-3
Messstelle am Bauwerk Dauerbetrieb
  • Messgröße Schwinggeschwindigkeit in mm/s
  • Messrichtungen x / y / z
  • Bewertung Anhaltswerte der DIN 4150-3
  • Grenzwert je Gebäudetyp festgelegt
  • Alarmierung automatisch bei Überschreitung
  • Übertragung LTE-M, ohne Baustrom

Warum messen

Warum baubegleitende Erschütterungsmessung unverzichtbar ist

Wo gerammt, verdichtet, abgebrochen oder gesprengt wird, entstehen Erschütterungen, die sich durch den Boden auf benachbarte Bauwerke fortpflanzen. Eine kontinuierliche Messung macht sichtbar, ob die Anhaltswerte der DIN 4150-3 eingehalten werden.

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Nachbarbebauung schützen

Erschütterungen können Risse und Setzungen an fremden Gebäuden auslösen. Die Messung erkennt kritische Werte, bevor Schäden entstehen.

Nachweispflicht erfüllen

Auftraggeber, Nachbarn und Behörden verlangen oft einen objektiven Nachweis, dass die Anhaltswerte der DIN 4150-3 eingehalten werden.

Haftung reduzieren

Lückenlos dokumentierte Messdaten entziehen unberechtigten Schadensersatzforderungen die Grundlage und schaffen Klarheit.

Anwohner mitnehmen

Die Einhaltung von Komfortgrenzwerten nach DIN 4150-2 und ISO 2631-2 senkt Beschwerden und erhöht die Akzeptanz vor Ort.

In Echtzeit reagieren

Nähert sich die Schwinggeschwindigkeit dem Grenzwert, lässt sich das Verfahren sofort anpassen, statt hinterher zu hoffen.

Prognose absichern

Eine Vorermittlung nach DIN 4150-1 steckt den Rahmen ab. Erst die Messung beweist, dass er im Betrieb tatsächlich eingehalten wird.

Simulation

Der Anhaltswert entscheidet, wann alarmiert wird

Die zentrale Kenngröße ist die Schwinggeschwindigkeit in mm/s. Wählen Sie den Gebäudetyp und lösen Sie ein Ereignis aus. Überschreitet ein Ereignis den Anhaltswert der DIN 4150-3, schaltet das System sofort auf Alarm.

System aktiv, im Sollbereich
Spitze 0,0 mm/s Grenzwert 5 mm/s

Grenzwert überschritten

Alarm per E-Mail & SMS gesendet

Nur Demonstration

Anhaltswerte

Die Anhaltswerte der DIN 4150-3 im Überblick

Für kurzzeitige Erschütterungen wie Rammschläge, Abbruch oder Sprengungen nennt die DIN 4150-3 gestaffelte Anhaltswerte der Schwinggeschwindigkeit. Werden sie eingehalten, sind nach der Norm keine Schäden zu erwarten.

Gebäudetyp (Tabelle 1)Fundament 1 bis 10 HzFundament 10 bis 50 HzFundament 50 bis 100 HzOberste Decke, horizontal
Gewerbe- und Industriebauten 20 mm/s 20 bis 40 mm/s 40 bis 50 mm/s 40 mm/s
Wohngebäude und vergleichbare Bauten 5 mm/s 5 bis 15 mm/s 15 bis 20 mm/s 15 mm/s
Besonders empfindliche, erhaltenswerte Bauten 3 mm/s 3 bis 8 mm/s 8 bis 10 mm/s 8 mm/s

Die Werte am Fundament steigen innerhalb des Frequenzintervalls linear an. An der obersten Deckenebene gilt ein frequenzunabhängiger Wert für die horizontale Schwinggeschwindigkeit.

Alle drei Teile der Norm ausführlich erklärt im Wissensartikel „DIN 4150 verständlich erklärt“.

Zum DIN-4150-Ratgeber
Messgerät mit beleuchteter Optik an einem verwitterten Stahlprofil

Messprinzip

So läuft die Messung nach DIN 4150-3 ab

Gemessen wird am zu schützenden Bauwerk, nicht an der Erschütterungsquelle, denn die Norm bewertet die Wirkung, nicht die Ursache. Die Aufnehmer erfassen die Schwinggeschwindigkeit in allen drei Raumrichtungen und ordnen jedem Ereignis zusätzlich seine Frequenz zu. Erst diese Kombination erlaubt den Abgleich mit den frequenzabhängigen Anhaltswerten.

  1. 01

    Messpunkte festlegen

    Aufnehmer werden am Fundament und, wo relevant, an der obersten Deckenebene des betroffenen Bauwerks angebracht.

  2. 02

    Kontinuierlich erfassen

    Der Sensor misst die Schwinggeschwindigkeit ereignisbasiert rund um die Uhr und speichert jedes relevante Ereignis mit Zeitstempel.

  3. 03

    Grenzwert prüfen

    Jedes Ereignis wird gegen den hinterlegten Anhaltswert und die zugehörige Frequenz geprüft.

  4. 04

    Automatisch alarmieren

    Bei Annäherung oder Überschreitung geht sofort eine Alarmierung per E-Mail und SMS an die Verantwortlichen.

Technik

Der IoT-Erschütterungssensor

Kompakt, autark und robust für den Baustelleneinsatz.

Vibrationssensor SHAKEdot, blaues Gehäuse mit Antenne, freigestellt
Sensor
3-achsiger MEMS, ±2 g
Frequenzbereich
DC bis 500 Hz, 250 Hz Abtastung
Messbereich
PPV 0 bis 60 mm/s
Übertragung
LTE-M & NB-IoT, MQTT
Speicher
32 GB intern
Laufzeit
bis 6 Monate (Batterie)
Bauform
100 x 100 x 60 mm
Zusatz
Temperaturmessung integriert

Das Gerät hinter diesen Werten ist der Vibrationssensor SHAKEdot. Auf seiner Produktseite stehen Bauform, Montage und Datenübertragung im Detail.

Einsatzbereiche

Typische Anlässe für eine Erschütterungsmessung

Immer dort, wo Energie in den Baugrund eingetragen wird und empfindliche oder fremde Bauwerke in der Nähe stehen.

Rammen & Ziehen von Spundwänden
Baugrubenverbau
Abbruch & Rückbau
Sprengungen
Dynamische Bodenverdichtung
Bohr- & Fräsarbeiten
Tunnelvortrieb
Arbeiten an Nachbarbebauung

Temporär oder dauerhaft

Erschütterungsmessung oder Vibrationsmonitoring?

Beide Ansätze messen Schwingungen, verfolgen aber unterschiedliche Ziele. Die Erschütterungsmessung begleitet eine Bauphase, das Vibrationsmonitoring überwacht ein Bauwerk oder eine Anlage dauerhaft.

Diese Seite

Erschütterungsmessung

Baubegleitend & temporär

  • Gebunden an eine konkrete Bauphase
  • Fokus auf kurzzeitige Erschütterungen nach DIN 4150-3
  • Grenzwertüberwachung mit Sofort-Alarm
  • Dokumentation für Auftraggeber, Nachbarn und Behörden
Verwandte Lösung

Vibrationsmonitoring

Dauerhaft & langfristig

  • Überwachung über Jahre statt Wochen
  • Fokus auf strukturelle Gesundheit und Trends
  • Erkennt schleichende Veränderungen an Bauwerk oder Anlage
  • Für Bestandsbauwerke und Industrieanlagen
Zum Vibrationsmonitoring

Erschütterungsmessung für Ihr Bauvorhaben

Schildern Sie uns Verfahren, Nachbarbebauung und Zeitraum. Wir empfehlen Messpunkte und Anhaltswerte und melden uns kurzfristig mit einem unverbindlichen Angebot.

Peter Nater Peter Nater

Datenplattform

Alle Messwerte auf einer Plattform

Die Sensoren übertragen ihre Messwerte per Funk an die Datenplattform. Dort werden sie ausgewertet, dokumentiert und laufend gegen Ihre Grenzwerte geprüft.

  • KI bei der Datenanalyse
  • Nutzerorientierte Reportings
  • Kontinuierliche Auswertung
  • Warn- und Alarmschwellen
  • Alarmierung per E-Mail und SMS
  • Fernzugriff rund um die Uhr
Mehr zu Überwachung & Alarmierung
Monitoring-Plattform Beispielansicht
Messverlauf im Sollbereich
Warnschwelle
  • KI bei der Datenanalyse Zustand im Sollbereich
  • Nutzerorientierte Reportings Bericht bereit
  • Alarmierung Grenzwerte überwacht
FAQ

Häufig gestellte Fragen zur Erschütterungsmessung

Wann ist eine Erschütterungsmessung nach DIN 4150 nötig?
Eine Erschütterungsmessung ist immer dann angezeigt, wenn erschütterungsintensive Arbeiten wie Rammen, Verdichten, Abbruch, Bohren oder Sprengen in der Nähe empfindlicher oder fremder Bauwerke stattfinden. Häufig verlangen Auftraggeber, Nachbarn oder Behörden einen objektiven Nachweis, dass die Anhaltswerte der DIN 4150-3 eingehalten werden. Eine Prognose nach DIN 4150-1 reicht dafür in der Regel nicht aus.
Was wird bei der Messung genau erfasst?
Gemessen wird die Schwinggeschwindigkeit in Millimetern pro Sekunde, und zwar in allen drei Raumrichtungen am zu schützenden Bauwerk. Zu jedem Ereignis erfasst das System zusätzlich die Frequenz, weil die Anhaltswerte der DIN 4150-3 am Fundament frequenzabhängig sind. Ein einzelner mm/s-Wert ohne die zugehörige Frequenz ist nicht aussagekräftig.
Was passiert, wenn ein Anhaltswert überschritten wird?
Eine Überschreitung bedeutet nicht automatisch einen Schaden, sondern dass ein Schaden nicht mehr ausgeschlossen werden kann und eine genauere Betrachtung nötig ist. Unser System alarmiert dann sofort per E-Mail und SMS, sodass die Arbeiten rechtzeitig angepasst werden können, etwa durch geringeren Energieeintrag, größere Abstände oder ein schonenderes Verfahren.
Muss der Sensor an Strom und Baustrom angeschlossen werden?
Nein. Die Sensorik ist funkbasiert und autark. Sie überträgt die Daten über LTE-M oder NB-IoT und arbeitet je nach Einsatz bis zu sechs Monate im Batteriebetrieb. Es müssen keine Kabel gezogen und kein Baustrom bereitgestellt werden, was die Installation auf der Baustelle deutlich vereinfacht.
Wo wird der Sensor angebracht, an der Quelle oder am Gebäude?
Am betroffenen Bauwerk, nicht an der Erschütterungsquelle. Die DIN 4150-3 bewertet die Wirkung der Erschütterung auf das Bauwerk, nicht die Ursache. Typische Messpunkte sind das Fundament und, wo relevant, die oberste Deckenebene. So bildet die Messung die tatsächliche Belastung der Bausubstanz ab.
Erhalte ich eine Dokumentation der Messwerte?
Ja. Alle Ereignisse laufen fortlaufend zusammen und stehen als nachvollziehbare Zeitreihe zur Verfügung. Bleibt die Schwinggeschwindigkeit über den gesamten Zeitraum unter den Anhaltswerten, liegt am Ende ein sauberer Nachweis vor. Kommt es zu einer Überschreitung, ist dokumentiert, wann und in welchem Umfang sie auftrat.

Projektanfrage

Erschütterungsmessung für Ihr Bauvorhaben

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