DFOS-Monitoring: Dehnung und Temperatur lückenlos entlang der Glasfaser
Mit verteilter faseroptischer Sensorik wird ein Glasfaserkabel zum Sensor über die ganze Länge. Wir planen das Messsystem, bauen die Sensorkabel in Pfähle, Böschungen, Deiche und Tunnel ein und überwachen die Messwerte laufend.
- Bis zu 80 km Faser
- Messwert alle 5 cm
- Dehnung und Temperatur
Ihre Vorteile
Ein Kabel ersetzt Tausende Einzelsensoren
Punktsensoren zeigen, was an ihrem Ort passiert. Die Glasfaser zeigt das ganze Bauteil, und damit auch die Stelle, an der niemand einen Sensor gesetzt hätte.
Jetzt anfragenLückenlos statt punktuell
Die Glasfaser selbst ist der Sensor. Gemessen wird entlang der gesamten Strecke, eine Dehnungsspitze zwischen zwei Messpunkten bleibt nicht verborgen.
Kilometer mit einem Messgerät
Ein Messgerät erfasst Strecken von wenigen Metern bis zu mehreren zehn Kilometern. Über einen Umschalter lassen sich mehrere Kabel nacheinander auslesen.
Passiv und robust
Am Messort gibt es weder Elektronik noch Stromversorgung. Die Faser ist unempfindlich gegen elektromagnetische Störungen und Blitzeinwirkung.
Dauerhaft im Bauwerk
Fest eingebaute Sensorkabel sind wartungsfrei, auf eine lange Lebensdauer ausgelegt und brauchen nach der Kalibrierung keine Nachkalibrierung.
Grundlagen
Was ist DFOS?
DFOS steht für Distributed Fibre Optic Sensing, verteilte faseroptische Sensorik. Eine Glasfaser wird dabei selbst zum Sensor und misst Dehnung oder Temperatur an jeder Stelle ihrer Länge. Statt einzelner Messpunkte entsteht ein durchgehendes Profil über Bauteil, Bauwerk oder Gelände.
Messprinzip
Ein Messgerät schickt Licht in die Faser und wertet die Brillouin-Streuung aus. Deren Frequenz verschiebt sich mit Dehnung und Temperatur, und zwar an jeder Stelle der Faser.
Dehnung oder Temperatur
Welche Größe gemessen wird, entscheidet das Kabel: Im Dehnungskabel ist die Faser fest mit dem Mantel verbunden, im Temperaturkabel liegt sie lose und bleibt frei von Dehnung.
Schleife oder ein Ende
Mit beiden Faserenden am Messgerät, als Schleife, wird die Messung am genauesten und reicht am weitesten. Ist nur ein Ende zugänglich, misst das Gerät einseitig.
Funktionsweise
Vom Sensorkabel zum Dehnungsprofil
Das Messgerät steht geschützt am Rand des Bauwerks, im Bauwerk liegt nur das passive Kabel. Jede Messung liefert das vollständige Profil über die ganze Länge.
- 01
Kabel planen und einbauen
Wir legen Kabeltyp und Kabelführung fest und bauen das Sensorkabel ein: im Beton, im Boden, am Pfahl oder in einer Nut an der Oberfläche.
- 02
Nullmessung
Nach dem Einbau erfasst das Messgerät den Ausgangszustand entlang der gesamten Faser. Er ist der Bezug für jede spätere Veränderung.
- 03
Profil messen
Bei jeder Messung entsteht ein vollständiges Profil von Dehnung oder Temperatur über die ganze Kabellänge, mit Messwerten im Abstand weniger Zentimeter.
- 04
Auswerten und melden
Die Daten werden automatisch übertragen und ausgewertet. Veränderungen lassen sich einer Stelle entlang der Faser zuordnen und mit Grenzwerten verknüpfen.
Technische Eckdaten
Das eingesetzte Messsystem in Zahlen
Reichweite, Ortsauflösung, Genauigkeit und Messzeit hängen zusammen. Im Messkonzept stimmen wir sie auf das Bauwerk und die Fragestellung ab.
Herstellerangaben unter günstigen Bedingungen. Die erreichbaren Werte hängen von Konfiguration, Sensorkabel und Einbau ab.
- Messgrößen
- Dehnung und Temperatur, je nach Sensorkabel
- Messprinzip
- Brillouin-Streuung, Messung im Frequenzbereich
- Messstrecke
- Wenige Meter bis zu 80 km Faserlänge je nach Ausführung
- Ortsauflösung
- 0,5 m bis 16 m wählbar, bis 20 cm auf Strecken bis 2 km
- Messpunktabstand
- 5 cm entlang der Faser
- Wiederholgenauigkeit
- Etwa 2 µm/m Dehnung und 0,1 °C in der Schleifenmessung
- Messzeit
- Rund 1 Minute für 2 km Faser
- Kanäle
- Bis zu 32 Sensorkabel über einen Umschalter
- Konfiguration
- Schleifenmessung oder einseitige Messung
Einsatzbereiche
Wo verteilte faseroptische Sensorik ihre Stärken zeigt
Gründung
Pfähle und Fundamente
Dehnungsverlauf über die gesamte Pfahllänge, während des Einbaus, bei der Probebelastung und im späteren Betrieb.
Erdbau
Böschungen, Deiche und Dämme
Ein Kabel über die gesamte Länge eines Erdbauwerks zeigt, wo sich Setzungen, Rutschungen oder Erosion anbahnen.
Tunnel
Tunnel und Schächte
In der Spritzbetonschale oder an der Innenschale erfasst die Faser Verformungen beim Vortrieb und im laufenden Betrieb.
Hang
Hänge und Bodenbewegung
Im Boden verlegt oder in Geotextil integriert macht die Faser Bodenbewegungen über große Flächen sichtbar.
Einbau
So kommt die Faser ins Bauwerk
Die Art des Einbaus bestimmt, wie gut sich Verformungen auf die Faser übertragen. Wir wählen sie passend zu Bauwerk, Bauablauf und Messgröße.
- Im Beton eingebettet, etwa in Pfählen, Wänden und Tunnelschalen
- In einer Nut an der Bauteiloberfläche, mit Epoxid oder Zement fixiert
- Direkt im Boden oder in einem Mikrograben verlegt
- In Geogitter oder Geotextil integriert, für großflächige Bereiche
- An Felsnägeln, Ankern oder Oberflächen befestigt, wenn der Untergrund nicht zugänglich ist
DFOS ergänzt andere Verfahren im Geomonitoring, etwa automatische Tachymeter an der Oberfläche oder Neigungs- und Setzungsmonitoring an einzelnen Bauteilen. Schwingungen erfasst das Vibrationsmonitoring.
Alles aus einer Hand
Von der Kabelplanung bis zur Auswertung
Wir planen das faseroptische Messsystem, bauen die Sensorkabel ein, betreiben die Messung und werten laufend aus. Ein Ansprechpartner für das gesamte Projekt.
- 01
Konzeption
Wir legen Messgrößen, Kabeltypen, Kabelführung und Grenzwerte im Messkonzept fest.
Mehr erfahren - 02
Installation
Wir bauen die Sensorkabel ein, schließen das Messgerät an und führen die Nullmessung durch.
Mehr erfahren - 03
Wartung & Betrieb
Wir betreiben das Messsystem und halten Messgerät und Datenübertragung betriebsbereit.
Mehr erfahren - 04
Überwachung & Alarmierung
Wir werten die Profile laufend aus und melden Veränderungen an den definierten Personenkreis.
Mehr erfahren
DFOS-Monitoring für Ihr Bauwerk
Ob Pfahl, Deich, Böschung oder Tunnel: Wir prüfen, wo eine Glasfaser mehr zeigt als Einzelsensoren, und planen Kabel, Einbau und Auswertung.
Datenplattform
Alle Messwerte auf einer Plattform
Die Sensoren übertragen ihre Messwerte per Funk an die Datenplattform. Dort werden sie ausgewertet, dokumentiert und laufend gegen Ihre Grenzwerte geprüft.
- KI bei der Datenanalyse
- Nutzerorientierte Reportings
- Kontinuierliche Auswertung
- Warn- und Alarmschwellen
- Alarmierung per E-Mail und SMS
- Fernzugriff rund um die Uhr
- KI bei der Datenanalyse Zustand im Sollbereich
- Nutzerorientierte Reportings Bericht bereit
- Alarmierung Grenzwerte überwacht
Häufig gestellte Fragen zum DFOS-Monitoring
Was ist DFOS-Monitoring?
Was misst eine Glasfaser genau?
Wie lang darf die Messstrecke sein?
Wie fein ist die Ortsauflösung?
Misst DFOS auch Schwingungen?
Lassen sich vorhandene Glasfaserkabel nutzen?
Wie wird das Sensorkabel eingebaut?
Was passiert, wenn die Faser beschädigt wird?
Projektanfrage
Sprechen wir über Ihr Messvorhaben
Schildern Sie uns Bauwerk, Länge der Messstrecke und Fragestellung. Sie erhalten kurzfristig eine Ersteinschätzung zu Kabeltyp, Einbau und Messkonzept.
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