Geomonitoring: Baugrund und Umfeld millimetergenau im Blick

Wir überwachen Baugruben, Hänge, Gleise und benachbarte Bauwerke mit automatischen Tachymetern, GNSS und funkbasierter Sensorik. Die Messwerte gehen laufend ins Online-Portal, bei Überschreitung definierter Grenzwerte folgt die Alarmierung.

  • Automatische Tachymeter
  • Setzung und Verschiebung in 3D
  • Alarmierung bei Grenzwerten
Automatischer Tachymeter unter einer Schutzhaube auf einem Messpfeiler unter einer Eisenbahnbrücke in Köln

Ihre Vorteile

Bewegungen im Baugrund früh und belastbar erkennen

Wer im Boden arbeitet, verändert das Umfeld. Ein automatisches Geomonitoring zeigt, wie stark, und gibt allen Beteiligten eine gemeinsame Datengrundlage.

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Messung rund um die Uhr

Der Tachymeter misst automatisch im festen Takt, Tag und Nacht. Das Messintervall lässt sich aus der Ferne anpassen, ohne dass jemand vor Ort sein muss.

Drei Richtungen in einem System

Setzungen und horizontale Verschiebungen werden an jedem Prisma gemeinsam erfasst. So zeigt eine Messung, ob sich ein Punkt senkt, kippt oder seitlich wandert.

Eigenreferenzierung

Referenzpunkte außerhalb des Einflussbereichs prüfen bei jedem Durchgang den eigenen Standort. Damit bleiben echte Bewegungen von einer Bewegung der Station unterscheidbar.

Sensorik kombinierbar

Neigungs-, Riss-, Erschütterungs- und Grundwassersensoren laufen auf derselben Plattform. Alle Messgrößen eines Baufelds stehen an einer Stelle.

Grundlagen

Was ist Geomonitoring?

Geomonitoring ist die messtechnische Überwachung geotechnischer Objekte, auch geotechnisches Monitoring genannt. Es erfasst, wie sich Baugrund, Baugruben, Hänge und die Bauwerke in ihrem Einflussbereich bewegen. Häufig ist es Teil der Beobachtungsmethode nach DIN EN 1997-1 (Eurocode 7), bei der Prognose, Messung und Entscheidungen im Bauablauf ineinandergreifen.

Was überwacht wird

Baugrund, Baugruben und Verbau, Böschungen und Hänge sowie Bauwerke, Gleise und Leitungen in ihrem Einflussbereich.

Was gemessen wird

Verschiebungen und Setzungen, dazu je nach Aufgabe Neigung, Rissbreite, Erschütterung und Grundwasserstand.

Wofür

Veränderungen früh erkennen, Grenzwerte prüfen, Verantwortliche alarmieren und den Verlauf lückenlos dokumentieren.

Messung mit Tachymeter

So misst ein automatischer Tachymeter

Ein Tachymeter, auch Totalstation genannt, ist ein motorisiertes Vermessungsgerät. Im Monitoring zielt er Prismen selbstständig an und bestimmt ihre Lage auf den Millimeter genau, Durchgang für Durchgang.

Prismen an Bauwerk und Verbau Referenzpunkte Verbau der Baugrube
  1. 01

    Nullmessung

    Vor Beginn der Arbeiten bestimmt der Tachymeter die Ausgangslage aller Prismen. Sie ist der Bezug für jede spätere Bewegung.

  2. 02

    Eigene Position prüfen

    Zu Beginn jedes Messdurchgangs zielt die Station Referenzpunkte außerhalb des Einflussbereichs an und kontrolliert ihren Standort.

  3. 03

    Prismen anzielen

    Danach misst sie vollautomatisch alle Prismen an Bauwerk, Verbau, Gleis oder Hang und berechnet deren Lage in drei Richtungen.

  4. 04

    Grenzwerte prüfen

    Die Messwerte gehen automatisch in die Cloud und werden dort mit den definierten Grenzwerten verglichen.

  5. 05

    Alarmieren und dokumentieren

    Bei einer Überschreitung geht die Meldung an den definierten Personenkreis. Alle Werte sind im Online-Portal abrufbar.

Messverfahren

Welches Verfahren welche Bewegung erfasst

Der Tachymeter bildet oft das Rückgrat. Je nach Aufgabe ergänzen wir ihn um Sensoren, die einzelne Messgrößen dauerhaft und dicht erfassen.

Verfahren Was es misst Typischer Einsatz
Automatischer Tachymeter mit Prismen Verschiebung und Setzung in drei Richtungen an vielen Punkten Baugruben, Brücken, Gleise, Nachbarbebauung
GNSS-Messstation Lage in drei Richtungen, auch großräumig und ohne Sichtverbindung zu einer Station Hänge, Rutschungen, Dämme
Faseroptische Sensorik (DFOS) Dehnung und Temperatur lückenlos entlang einer Glasfaser Pfähle, Böschungen, Deiche, Tunnel
Neigungssensor Neigung und daraus abgeleitete Setzung Stützwände, Gebäude, Masten
Riss- und Wegsensor Rissbreite und Fugenbewegung Nachbarbebauung, Felspartien
Seilzugsensor Verformung von Auffangzäunen Steinschlag, Hangsicherung
Erschütterungsmesser Schwinggeschwindigkeit nach DIN 4150-3 Rammen, Bohren, Abbruch
Grundwasser- und Pegelsensor Grundwasserstand und Porenwasserdruck Wasserhaltung, Baugruben

Einsatzbereiche

Wo Geomonitoring den Unterschied macht

Baugrube

Baugruben und Verbau

Aushub und Verbau verändern den Boden im Umfeld. Prismen am Verbau zeigen dessen Verformung in jeder Bauphase.

Bau & Projektentwicklung

Bestand

Nachbarbebauung und Brücken

Bauwerke im Einflussbereich werden auf Setzung und Verschiebung überwacht, ergänzt um Riss- und Erschütterungsmessung.

Brückenmonitoring

Bahn

Gleise im Baufeld

Bei Arbeiten an oder unter Bahnanlagen erfasst das Tachymetermonitoring die Gleislage nach den Vorgaben der RIL.

Gleismonitoring

Hang

Hänge, Böschungen und Felswände

Rutschungen und Steinschlag kündigen sich durch Bewegung an. Sensorik an Fels und Auffangzaun meldet Ereignisse sofort.

Gelände, Hang & Leitplanken

Aus der Praxis · Bahn

Eisenbahnüberführung Venloer Straße, Köln

Bei Bauarbeiten an der Stadtbahnhaltestelle Hans-Böckler-Platz überwacht ein automatischer Tachymeter die Eisenbahnbrücke und den Verbau der Baugruben: 27 Prismen an den beiden Widerlagern, Messung alle 30 Minuten, Prüfung in der Cloud und Alarmierung bei Grenzwertüberschreitung.

Ähnliches Projekt anfragen

Aus der Praxis · Hang

Steinschlagüberwachung im Mittelrheintal

Auf 45 Metern sind zwei Ebenen eines Auffangzauns in unterschiedlichen Höhenlagen mit Seilzugsensoren ausgestattet, ergänzt um Wegaufnehmer an der Felspartie darüber. Nimmt der Zaun einen Steinschlag auf, wird das Ereignis sofort gemeldet.

Zur Referenz

Geomonitoring für Ihr Baufeld

Ob Baugrube, Hang, Gleis oder Nachbarbebauung: Wir legen Messpunkte, Verfahren und Grenzwerte fest und überwachen rund um die Uhr.

Christian Steffes Christian Steffes

Datenplattform

Alle Messwerte auf einer Plattform

Die Sensoren übertragen ihre Messwerte per Funk an die Datenplattform. Dort werden sie ausgewertet, dokumentiert und laufend gegen Ihre Grenzwerte geprüft.

  • KI bei der Datenanalyse
  • Nutzerorientierte Reportings
  • Kontinuierliche Auswertung
  • Warn- und Alarmschwellen
  • Alarmierung per E-Mail und SMS
  • Fernzugriff rund um die Uhr
Mehr zu Überwachung & Alarmierung
Monitoring-Plattform Beispielansicht
Messverlauf im Sollbereich
Warnschwelle
  • KI bei der Datenanalyse Zustand im Sollbereich
  • Nutzerorientierte Reportings Bericht bereit
  • Alarmierung Grenzwerte überwacht
FAQ

Häufig gestellte Fragen zum Geomonitoring

Was ist Geomonitoring?
Geomonitoring ist die messtechnische Überwachung geotechnischer Objekte: Baugrund, Baugruben, Böschungen und Hänge sowie Bauwerke in ihrem Einflussbereich. Gemessen werden vor allem Verschiebungen und Setzungen, je nach Aufgabe ergänzt um Neigung, Rissbreite, Erschütterung und Grundwasserstand. Ziel ist, Veränderungen früh zu erkennen und bei Überschreitung von Grenzwerten rechtzeitig zu reagieren.
Wie funktioniert Monitoring mit einem Tachymeter?
Ein motorisierter Tachymeter, auch Totalstation genannt, zielt Prismen an Bauwerk, Verbau, Gleis oder Hang automatisch an und bestimmt deren Lage in drei Richtungen. Bei jedem Messdurchgang prüft er zuerst seinen eigenen Standort über Referenzpunkte außerhalb des Einflussbereichs. Jede Messung wird mit der Nullmessung verglichen, die vor Beginn der Arbeiten erfolgt.
Wann wird GNSS statt eines Tachymeters eingesetzt?
Ein Tachymeter misst viele Prismen von einem festen Standort aus und braucht dafür Sichtverbindung. GNSS-Messstationen bestimmen ihre Lage über Satellitensignale und brauchen nur freien Himmel. Sie eignen sich deshalb für große oder weit verteilte Flächen wie Hänge, Rutschungen und Dämme. Häufig kombinieren wir beide Verfahren mit weiterer Sensorik.
Wie oft misst der Tachymeter?
Das Messintervall wird im Messkonzept festgelegt, etwa alle 30 Minuten. Es lässt sich jederzeit aus der Ferne verkürzen, zum Beispiel für besonders kritische Bauphasen. Die Station misst rund um die Uhr, ohne dass jemand vor Ort sein muss.
Worin unterscheiden sich Geomonitoring und Bauwerksmonitoring?
Das Bauwerksmonitoring betrachtet ein Bauwerk selbst, etwa Risse, Feuchte oder Schwingungen. Das Geomonitoring setzt beim Baugrund und seinem Umfeld an: Baugruben, Hänge und alles, was durch Eingriffe in den Boden in Bewegung geraten kann. In der Praxis greifen beide ineinander, etwa wenn neben einer Baugrube eine Brücke überwacht wird.
Wann ist ein Geomonitoring sinnvoll?
Immer dann, wenn Arbeiten im Boden Bauwerke, Gleise oder Leitungen im Umfeld beeinflussen können: bei Baugruben und Verbau, Ramm- und Bohrarbeiten, Rohrvortrieben, Wasserhaltungen und Arbeiten an Hängen. Häufig verlangen Bauherr, Prüfingenieur oder der Betreiber benachbarter Anlagen ein Monitoring als Auflage.
Welche Grenzwerte gelten?
Grenzwerte sind projektbezogen. Sie werden im Messkonzept aus Baugrund, Statik und den Vorgaben von Bauherr, Prüfingenieur und Betreibern festgelegt, für Setzungen und horizontale Verschiebungen getrennt. Die Plattform prüft jeden Messwert automatisch dagegen.
Wie werde ich bei einer Grenzwertüberschreitung informiert?
Die Messwerte werden in der Cloud automatisch geprüft. Ist ein Grenzwert überschritten, geht die Alarmierung an den im Messkonzept definierten Personenkreis. Alle Verläufe sind jederzeit im Online-Portal einsehbar und dokumentiert.
Braucht ein Tachymeter vor Ort Strom?
Die Station kann über einen festen Stromanschluss betrieben werden. Wo keiner zur Verfügung steht, ist eine autarke Versorgung mit Solarmodulen und Pufferbatterien möglich. Welche Lösung passt, klären wir im Messkonzept.

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